Was hilft gegen Wundliegen?

August 24, 2021 | Pflege

Was hilft gegen Wundliegen?

Wenn Personen bettlägrig sind und sich selbstständig auch nicht mehr ausreichend bewegen können, dann ist die Gefahr groß, dass bei Druckstellen offene Wunden entstehen. Das kann sehr schnell gehen und nur durch gute und aufmerksame Pflege vermieden werden. Durch wundgelegene Stellen drohen schwere Folgeerkrankungen, wenn Erreger durch die offene Stelle in den Körper eindringen. In der Fachsprache spricht man von einem Dekubitus, den es zu verhindern gilt. Damit dies erreicht wird, gehören zur Pflege auch Hilfsmittel wie entsprechende Unterlagen, Polsterungen und Matratzen.

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Was ist ein Dekubitus?

Unter Dekubitus versteht man das örtlich begrenzte Absterben der Haut und, je nach Schwere der Schädigung, auch des darunter liegenden Gewebes infolge einer Druckbelastung oder Reibung. Ein Dekubitus kann überall am Körper entstehen, wobei Knochenvorsprünge besonders gefährdet sind. Ebenso können Katheterschläuche, aber auch vergessene Gegenstände im Bett zu Gewebeschädigungen führen.

Bei einem Dekubitus handelt es sich in erster Linie nicht um eine Verletzung der Haut, sondern des darunter liegenden Gewebes. Oft bemerkt man die für Dekubitus typischen Rötungen zu spät und der Schaden in der Tiefe ist schon stark fortgeschritten. Die Dekubitus-Gefahr ist besonders groß, wenn sich pflegebedürftige Menschen im Bett nicht mehr wenden oder beim Sitzen ihr Gewicht verlagern können. Besonders anfällige Stellen sind dort, wo der Knochen nah an der Hautoberfläche sitzt z.B. Schulterblätter, Ellenbogen, Fersen und das Kreuzbein.

Wann ein Dekubitus entsteht und wie lange es dauert bis die ersten Gewebeschäden auftreten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Als grober Richtwert gelten aber schon zwei Stunden. Zu den anderen Faktoren zählen der Zustand der Haut, sowie die Dicke des Unterhautfettgewebes. Dünne Patienten, sind daher besonders anfällig für Druckgeschwüre.

 

 

Wie beugt man Wundliegen vor?

 

  1. Bewegung und Krankengymnastik

Eine der bedeutendsten Maßnahmen ist die Bewegung. Jede Bewegung reduziert bereits die Gefahr des Wundliegens. Wenn möglich sollten gefährdete Patienten immer wieder aus dem Bett aufstehen. Krankengymnastik trägt ebenfalls zur Druckentlastung bei und fördert die Durchblutung. Viele Übungen können auch im Bett durchgeführt werden. (z.B. Anwinkeln vom Bein) Holen Sie sich gegebenenfalls Hilfe bei einem Physiotherapeuten, Pflegepersonal oder einem Arzt und lassen Sie sich geeignete Übungen für den Patienten zeigen.

 

  1. Umlagern

Gefährdete bettlägrige Patienten sollten alle zwei bis drei Stunden umgelagert werden um die betroffenen oder gefährdeten Stellen vom Druck zu entlasten. Dabei ist darauf zu achten, dass besonders Stellen, die zum Wundliegen neigen, keinen zu hohen Belastungen ausgesetzt sind. Für Patienten mit Druckgeschwüren am Kreuzbein eignet sich zum Beispiel die Schräglage im 30° Winkel. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass die Fersen nicht direkt auf der Matratze aufliegen. Ein Kissen unter den Unterschenkeln hilft den Druck auf die Ferse zu entlasten.

 

  1. Hygiene und Pflege

Bei der Körperpflege sollte auf Frühzeichen, wie eine bleibende Rötung der Haut, geachtet werden. Ebenso sollten gefährdete Hautstellen regelmäßig auf nicht wegdrückbare Rötungen kontrolliert werden. Verwenden Sie zur Reinigung der Haut lauwarmes Wasser und eine milde Seife um den Säureschutzmantel der Haut nicht zu schädigen. Trocknen Sie die Haut sorgfältig ab und verwenden Sie geeignete Pflegeprodukte um die Haut zu pflegen. Besonders trockene Haut sollte mit feuchtigkeitsspendenden, rückfettenden Lotionen behandelt werden.

 

  1. Ernährung

Achten Sie auf eine gesunde ausgewogene Ernährung. Mangelernährung und Gewichtsverlust steigern das Risiko für Druckgeschwüre. Gegebenenfalls sollten bei einer Unterernährung entsprechende Gegenmaßnahmen getroffen werden und ein Arzt oder Ernährungsberater hinzugezogen werden.

 

  1. Sanitär- und orthopädietechnische Hilfsmittel

Hilfsmittel, wie spezielle Unterlagen, Polsterungen, zuschneidbare Schaumstoffe, Fersenkappen, Gelkissen und Watteverbände können erheblich zur Behandlung und Vermeidung offener Stellen beitragen. Antidekubitus-Matratzen passen sich durch ihre spezielle Liegefläche den Körperkonturen des Patienten optimal an und es kommt zu einer Verteilung des Auflagedrucks auf eine größere Auflagefläche. Der lokale Druck wird somit vermindert und die Durchblutung in den Gewebearealen verbessert sich. Dadurch verringert sich das Entstehungsrisiko eines Dekubitus.

 

  1. Wundreinigung und Infektionsbekämpfung

Eine weitere wichtige Maßnahme ist die regelmäßige Wundreinigung und Infektionsbekämpfung. Dabei ist die Entfernung des abgestorbenen Gewebes unerlässlich. Zur Wundreinigung und Wundheilung eignen sich besonders Wundauflagen und Wundspüllösungen.

Dieser Text  ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt und  darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens!