Sonne und Hitze – Tipps für ältere Menschen

June 10, 2021 | Gesundheit

Sonne und Hitze – Tipps für ältere Menschen

Endlich ist der Winter vorbei. Die Tage werden wieder heller und länger, jeder Sonnenstrahl ist willkommen und will genutzt werden. Doch warum auch Wärme und Sonne nur in Maßen genossen werden sollten, erklären wir hier.

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Es beginnt damit, dass der menschliche Organismus mit steigendem Alter empfindlicher sowohl gegenüber Hitze als auch gegenüber der Sonne wird. Konnte man als Kind oder Jugendlicher stundenlang draußen sein, ohne unter den sommerlichen Bedingungen zu leiden, so ändert sich dies mit den Jahren. Einer der Gründe dafür, warum Senioren mit hohen Temperaturen stärker zu kämpfen haben, liegt darin, dass ältere Menschen deutlich weniger Wasser im Organismus und zudem von Haus aus ein geringeres Durstgefühl haben – warum das so ist, ist noch nicht zur Gänze erforscht.

 

Beim Schwitzen verliert der Körper nicht nur Flüssigkeit über die Haut, sondern auch wichtige Mineralstoffe, die der Organismus benötigt. Hinzu kommt, dass viele Senioren Medikamente nehmen, die zu einer vermehrten Flüssigkeitsausscheidung führen, was sich wiederum auf den Blutkreislauf und damit auch auf die Versorgung des Gehirns mit wichtigen Mineralien auswirken kann. So lässt sich auch erklären, warum dehydrierte Menschen verwirrt oder geistesabwesend wirken.

 

Die beste und einfachste Abhilfe gegen Flüssigkeitsverlust liegt auf der Hand: viel trinken. Unabhängig vom Alter sollte bei wärmeren Temperaturen darauf geachtet werden, mindestens zwei Liter Wasser (vielleicht mit ein wenig Saft) zuzuführen. Kopfschmerzen, Kreislauf- und Konzentrationsprobleme sind erste Anzeichen von Flüssigkeitsmangel, zu denen es aber erst gar nicht kommen sollte. Oft ist es dann nämlich schon zu spät, die Beschwerden wegzubekommen.

 

Zu den Gefahren der Hitze gesellen sich noch diejenigen der Sonne hinzu. Die Sonne ist zwar lebensnotwendig und bringt gute Laune, ein zuviel davon kann aber auch schädlich sein. Zu lange Sonneneinstrahlung, zu warme Kleidung, zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, starkes Schwitzen, körperliche Anstrengung bei heißen Temperaturen oder Medikamente können Sonnen- und Hitzekrankheiten hervorrufen.

 

Die besten Tipps gegen Hitze und Kreislaufbeschwerden im Alter

 

1. Ausreichend trinken

Wer Probleme damit hat, seinen täglichen Flüssigkeitsbedarf zu decken, kann sich einen Trinkplan aufstellen. Entweder man füllt sich die Menge für den Tag zum Beispiel gleich morgens ab und stellt sie gut sichtbar in die Küche oder ins Wohnzimmer – eben dorthin, wo man es sicher nicht übersieht. Oder man nimmt sich vor, zu jeder Mahlzeit mindestens ein Glas zu trinken – und tut es dann auch. Sollte klares Wasser mit der Zeit zu langweilig werden, eignet sich auch Saftschorle aus einem Drittel Saft (zum Beispiel Apfelsaft) und zwei Dritteln Wasser. So verbessert sich der Geschmack und gleichzeitig führt man die Elektrolyte, die man beim Schwitzen verloren hat, wieder zu.

Trinken

 

 

2. Südlichen Tagesrhythmus einführen

Ein zweiter wertvoller Rat zielt darauf ab, zumindest im Hochsommer den Tagesrhythmus zu ändern, und zwar nach dem Vorbild der südlichen Länder. Das heißt, eher früh aufstehen, die Wohnung lüften und die kühleren Morgenstunden für Erledigungen wie Einkaufen, Arztbesuch etc. nutzen. Vor 11 Uhr sollte man wieder zu Hause sein, die Fenster schließen und die Wohnung abdunkeln, damit die Mittagshitze draußen bleibt. Auch gegen einen Mittagsschlaf haben Experten nichts einzuwenden. Schließlich kann man dann die längeren Abende besser nutzen und am frühen Abend wieder Dinge erledigen oder zum Beispiel Freunde treffen. Früh schlafen zu gehen fällt bei hohen Temperaturen ohnehin schwer.

 

3. Für eine kühle Wohnung sorgen

Wer Schlafprobleme aufgrund der Hitze hat, kann probieren, statt der Bettdecke nur unter dem Bezug schlafen. Auch eine „Kühlflasche“ oder kalte Wickel können helfen: Man fülle eine Wärmflasche mit Wasser, lege sie für ein paar Stunden in den Kühlschrank und nehme sie dann mit ins Bett, am besten zu den Füßen. Wem es in der Wohnung tagsüber zu warm ist, sollte darüber nachdenken, sich einen Ventilator oder eine Klimaanlage anzuschaffen. Die Preise dafür sind in den letzten Jahren merklich gesunken, die Temperaturen hingegen steigen. Ein elektrisches Klimagerät gilt auch in unseren Breitengraden nicht mehr als Luxus, und solche Geräte können die sommerliche Hitze gerade in der Stadt deutlich erträglicher machen. Man sollte allerdings den direkten kalten Luftstrom vermeiden, um keinen steifen Nacken oder eine Erkältung zu riskieren.

 

4. Auf leichte Kost achten

Es empfiehlt sich, in der heißen Jahreszeit vitaminreich, aber nicht zu schwer oder fettreich zu essen. Mit leichter Kost wie Obst und Gemüse schonen Sie Ihr Herz-Kreislaufsystem und Ihre Verdauungsorgane. Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt belasten die Verdauung weniger. Besonders am Abend sollten Sie auf schwere und große Mahlzeiten verzichten.

 

Generell finden es viele Menschen im Sommer leichter, sich gesund zu ernähren. Die große Auswahl an buntem, heimischem Obst und Gemüse lässt den Speiseplan nährstoffreich und nebenbei auch noch nachhaltig ausfallen. Besonders empfehlenswert sind Gerichte, die von Haus aus viel Wasser enthalten, etwa Salate und frisches Obst und Gemüse. Auch Suppen sind im Sommer ideal, da an heißen Tagen der Elektrolythaushalt aus dem Gleichgewicht geraten kann und Gemüse- oder Fleischbrühen den Salzhaushalt wieder ausgleichen. Außerdem sinkt im Alter der Bedarf an Kalorien, die Menge an benötigten Nährstoffen bleibt aber gleich – ein weiterer Grund, warum Suppen gerade für Senioren besonders empfehlenswert sind.

 

5. Direkte Sonneneinstrahlung meiden

Für alle Altersgruppen, speziell aber für ältere Menschen gilt: Schützen Sie sich vor der Sonne, insbesondere vor der Mittagssonne. Ab etwa 60 Jahren wird die Haut empfindlicher gegenüber Sonneneinstrahlung, weil schützende Hautpigmente nur noch sehr langsam gebildet werden.

Wenn Sie Ihre Haut der Sonne aussetzen, tragen Sie unbedingt Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor (mindestens LSF 20, besser noch LSF 50) auf. Die Zahl an bösartigen Hautveränderungen hat in den letzten Jahrzehnten in Europa drastisch zugenommen, sagen Dermatologen. Der Grund ist wahrscheinlich die höhere Lebenserwartung, aber auch das veränderte Freizeitverhalten der Menschen mit vermehrten Strandurlauben, der Nutzung von Solarien und knapper Bekleidung. Gehen Sie also nie ohne Sonnenschutz aus dem Haus, auch morgens oder abends nicht, denn UV-Strahlen sind den ganzen Tag über vorhanden, auch wenn Sie keinen Sonnenbrand bekommen.

Genauso wie die Sonnencreme sollte auch eine Kopfbedeckung nicht fehlen. Mit einem Hut oder einer Kappe schützen Sie Ihren Kopf vor direkter Sonneneinstrahlung und beugen damit einem Sonnenstich und Sonnenschäden der Haut vor. Sonnenschäden aus der Kindheit oder Jugend kommen oft erst im Alter zu Tage. Gerade diese geschädigten Hautstellen sollte man dann besonders gut schützen und/oder eben gut eincremen. Insbesondere die Stirn und Kopfhaut, vor allem bei Männern mit Glatze, sowie die Ohren und Nasenrücken sind empfindliche und exponierte Stellen, die extrem der Sonne ausgesetzt sind, aber gerne vergessen werden.

Sonne

 

 

6. Bewegung und Abkühlung

Bewegung ist grundsätzlich gesund, und wer seinen Körper in Schwung hält, kommt auch mit der Hitze besser zurecht. Gegen Abend, wenn die Temperaturen wieder sinken, empfehlen sich ausgiebige Spaziergänge. Sie bringen den Kreislauf auf Touren, fördern die Blutzirkulation und stärken zudem Ihr Immunsystem. Beachten Sie jedoch, sich nicht zu überfordern, indem Sie etwa zu schnell gehen. Gerade in höherem Alter ist es ratsam, die Dinge ruhig und ohne Hast anzugehen.

 

Falls Sie einen kleinen „Ausflug“ noch vor Sonnenuntergang unternehmen, vergessen Sie auf keinen Fall Kopfbedeckung und Sonnencreme. Derart geschützt, spricht nichts gegen einen Aufenthalt in der Sonne. Schließlich hat die Sonne auch ihre guten Seiten: Sie ist ein Therapeutikum, Licht und Wärme wirken sich im Allgemeinen positiv auf viele Körpervorgänge aus. Für körperliche Tätigkeiten wie Gartenarbeiten oder für Einkäufe sollte man trotzdem nach Möglichkeit die kühleren Morgenstunden nutzen. Zur Mittagszeit sollten Senioren und Seniorinnen die Sonne unbedingt meiden.

 

7. Den Körper erfrischen

Kleine kühle Erfrischungen über den Tag verteilt sind einfache und schnelle Methoden, den Körper bei Hitze wirksam zu entlasten. Eine Möglichkeit ist, sich mehrmals täglich kühl abzuduschen oder zumindest Gesicht, Hals, Dekolleté und Handgelenke/Unterarme über dem Waschbecken mit kaltem Wasser zu befeuchten. Alternativ können Sie auch ein kühles Fußbad nehmen oder jede Dusche damit abschließen, die Beine bis zu den Oberschenkeln kalt abzuduschen. Gehen Sie jedoch behutsam vor! Fangen Sie am besten nicht mit eiskaltem Wasser an, sondern arbeiten Sie sich schrittweise von lauwarmem zu immer kälterem Wasser vor. Zu schnelle und extreme Temperaturwechsel können den Körper belasten und vorübergehend sogar Kopfschmerzen hervorrufen.

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