Sind Flip Flops schädlich für die Füße?

August 16, 2021 | Orthopädie

Sind Flip Flops schädlich für die Füße?

Im Sommer zieht es uns an die Seen und auf die Liegewiesen im Park. Zwischen Sonnenschirmen und Kühltaschen bricht die Zeit des Barfußgehens und der Flip-Flops an. Dabei offenbaren sich in sehr vielen Fällen Fußprobleme, die sich oft schon über lange Zeit entwickelt haben. Es wird sichtbar, was den Rest des Jahres unter Socken und Schuhen verborgen ist. Die Probleme können ästhetischer Natur sein und auch Schmerzen bereiten. Es gibt genügend Gründe Fußproblemen entgegenzuwirken – für mehr Lebensqualität in allen Jahreszeiten.

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Barfuß oder Flip-Flops – Vorteile und Nachteile

Es ist eine alte Weisheit, dass Barfußgehen unseren Füßen gut tut. Das gilt aber vor allem auf unebenem Untergrund, weil dann der Fuß ausreichend stimuliert und dadurch gestärkt wird.

So gut der Ruf des Barfußgehens ist, so schlecht der von Flip-Flops. Jeder kennt sie und viele lieben sie: die bunten leichten Plastik-Latschen, die im Sommer von den Innenstädten bis zum Strand in allen möglichen Lebenslagen getragen werden. Sie sind flach und nur ein Zehentrenner hält den Flip-Flop am Fuß. Akustisch erkennt man sie am unverwechselbaren Schlurfen und Klappern beim Gehen.

 

Was man beim Tragen von Flip-Flops bedenken sollte

Eine Gefahr, die leider oft vergessen oder ignoriert wird, ist das Autofahren mit Flip-Flops. Bei überraschenden Bremssituationen ist die Zeit, die zum Bremsen benötigt wird, deutlich länger als mit festem Schuhwerk. Es kann auch dazu kommen, dass man sich zwischen den Pedalen verhakt oder vom Bremspedal abrutscht. Vom Autofahren mit Flip-Flops (wie natürlich auch vom barfuß fahren) ist daher ausdrücklich abzuraten.

Für die Füße selbst stellen Flip-Flops beim Gehen eher eine Belastung dar, besonders für die Fußgelenke. Die dünne Sohle dämpft beim Auftreten nicht, was sich direkt auf die Zehen, die Hüfte und den Rücken auswirken kann.

Doch die Dosis macht das Gift: Wenn keine weiten Strecken damit gegangen werden, dann spricht grundsätzlich nichts gegen das Tragen der Mode-Sandalen – vorausgesetzt die Füße sind gesund. Doch das ist oft nicht der Fall. Denn wer bereits unter Hallux valgus, Spreizfuß, Senkfuß, Hühneraugen oder Krampfadern leidet, sollte sich jedenfalls über gesunde Alternativen für seine Füße informieren.

 

Das richtige Schuhwerk für die richtige Situation

Wer also plant, sich im Sommer ausschließlich mit Flip-Flops oder barfuß zu bewegen, der liegt damit definitiv falsch. Es gibt keine Variante, die für jede Tätigkeit, jede Bodenbeschaffenheit oder jeden Fuß die absolut richtige und empfehlenswerte ist.

 

Flip-Flops

Bei gesunden Füßen kann am Strand, am Badesee oder im Freibad der Flip-Flop ohne Bedenken gewählt werden. Die kurzen Distanzen, die in diesen Bereichen zurückgelegt werden, halten die Belastung für die Gelenke im Rahmen.

Das gilt natürlich auch für Kinder. Prinzipiell spricht auch nichts dagegen, dass Kinder hin und wieder Flip-Flops tragen. In diesem Fall sollte man jedoch besonders auf die Qualität achten, da gerade bei einigen Billigmodellen hohe Werte von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), Schwermetallen oder Lösungsmitteln nachgewiesen werden konnten. Chemikalien können die Haut reizen und belasten die Umwelt.

 

Barfußgehen

Wenn sich die Gelegenheit ergibt, sollte auf gesundem Untergrund wie Sand oder unebenen Wiesen auf gelegentliches Barfußgehen nicht vergessen werden. Muskulär bedingte Fehlstellungen des Fußes können damit sogar gelindert oder behoben werden. Zu Beginn bietet sich dafür schon der Spaziergang im Park an. Auch einige Sportarten, wie Tanzen, Badminton oder Volleyball und viele mehr lassen sich sehr gut barfuß ausüben

 

Feste, gesunde Schuhe

Beim Autofahren oder beim Gehen von längeren Strecken sollte jedoch auch im Sommer unbedingt festes und gesundes Schuhwerk gewählt werden. Dies dient nicht nur der Gesundheit der Gelenke, sondern auch der Verletzungs- und Unfallvermeidung.

Wer unter Fußfehlstellungen wie Hallux valgus, Spreizfuß oder Senkfuß, Hühneraugen oder Krampfadern leidet, sollte besonders darauf achten, die richtigen Entscheidungen für die eigenen Füße zu treffen. Bei Problemen empfiehlt sich früh zu reagieren und mit orthopädischer Beratung Alternativen auszuloten. Es lässt sich auch viel in der Prävention von Fußproblemen erreichen, wenn schon vor dem Auftreten von Schmerzen auf das Tragen von Gesundheitsschuhen für drinnen und draußen gesetzt wird.

 

Dieser Text  ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt und  darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens!