Mit dem Rollator sicher durch den Winter

February 2, 2021 | Mobilität

Mit dem Rollator sicher durch den Winter

Der Rollator ermöglicht in erster Linie, eigenständig mobil zu bleiben und sich unabhängig fortbewegen zu können. So wird ein Teil der eigenen Selbstständigkeit erhalten, das heißt, am sozialen Leben teilzunehmen, nach dem eigenen Zeitplan zu leben und sich nach eigenem Ermessen fortzubewegen. Der Winter bringt (nicht nur) für Rollator-Nutzer jedoch einige Herausforderungen mit sich. Wir geben Tipps, wie man sich auch bei Nässe, Kälte, Eis und Schnee sicher fortbewegt.

Wir stehen Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung!

Nehmen Sie jetzt Kontakt auf.

Rollator Winter

 

Wartung

Stellen Sie sicher, dass Ihr Rollator gewartet ist. Das mitunter Wichtigste sind zuverlässig funktionierende Bremsen. Kontrollieren Sie diese daher sorgfältig!

Bei einigen Rollatoren hat man die Möglichkeit die Räder auf Winterräder zu wechseln. Diese sorgen mit ihrem speziellen Profil für eine bessere Haftung auf vereisten, glatten Straßen und geben mehr Sicherheit. Überprüfen Sie außerdem regelmäßig den Reifendruck.

Wenden Sie sich bezüglich einer Wartung Ihres Rollators gerne an uns.

 

Richtige Kleidung

Bei kalten Temperaturen sollte unbedingt auf warme Kleidung geachtet werden. Bei Kälte reagiert die Muskulatur langsamer, weshalb die Gefahr von schweren Verletzungen nach einem Sturz ungleich höher ist. Warme, dicke Kleidung und Handschuhe können im Falle eines Sturzes auch gut dämpfen. 

Die Hände und Finger frieren bekanntlich am schnellsten ein. Damit dies nicht passiert, gibt es spezielle Rollatorhandschuhe, die direkt an den Handgriffen des Rollators befestigt werden. Warme Handschuhe sind wichtig, denn Sie brauchen Ihre Hände zum Betätigen der Rollator-Bremsen!

Achten Sie außerdem darauf, gute Winterschuhe mit grobem Profil und höherem Schaft zu tragen. Diese geben Halt und reduzieren so das Risiko, auszurutschen und zu stürzen. Für wirklich eisige Bedingungen gibt es Spikes, die einfach über den Schuh gezogen werden und so bei glatten Wegen für Sicherheit sorgen.

Bei Regen oder Schnee schützt ein Rollator-Regenschirm. Dieser lässt sich leicht am Rollator anbringen und verhindert, dass Sie nass werden und auskühlen. Er lässt sich einfach und schnell aufspannen und leicht wieder zusammenfalten.

Zuletzt: Nehmen Sie außerdem Ihr Handy mit. So sind Sie in einer Notsituation bestens gerüstet.

 

Sichtbarkeit

Ihre Kleidung sollte nicht nur warm sein, sondern auch sichtbar! Menschen mit dunkler Kleidung werden in der Dunkelheit viel schlechter gesehen als Menschen, die helle oder kontrastreiche Kleidung tragen. Reflektoren an der Kleidung und am Rollator sorgen zusätzlich dafür, dass Autofahrer Sie von weitem sehen und dann sogar noch bei hohen Geschwindigkeiten rechtzeitig bremsen können.

Sorgen Sie daher dafür, dass Ihr Rollator über Reflektoren verfügt (sie sollten so tief wie möglich angebracht werden, dann werden sie besser gesehen) und zusätzlich mit einem Licht ausgestattet ist. Eine Lampe am Rollator beleuchtet nicht nur den Weg, sondern sorgt auch für bessere Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Sie können Ihren Rollator ganz einfach auch nachträglich mit einer Lampe ausstatten.

 

Lampe Rollator

 

 

Selbsteinschätzung

Verschneite oder vereiste Straßen sind für alle eine Gefahr, und ein Sturz passiert schnell. Bevor Sie also bei Eis oder Schnee mit dem Rollator hinausgehen, sollten Sie sich selbst fragen: Traue ich mir heute das kalte Wetter und vereiste Straßen zu? Habe ich die die Koordination um bei Glätte nicht zu stürzen? Habe ich die Kraft um mich durch den Schneematsch zu kämpfen?

Bleiben Sie im Zweifel zuhause. Sie müssen sich nichts beweisen. Es ist gut, wenn Sie sich selbst richtig einschätzen können und wissen, wann es besser ist, auf den Ausgang zu verzichten. So verhindern Sie Stürze.

Wenn Sie sich unsicher fühlen, alleine hinauszugehen, fragen Sie um Hilfe. Vielleicht gibt es jemanden, der sie gerne begleiten möchte? Wenn Sie Glück haben, begleitet Sie ein Verwandter oder Bekannter auf Ihrem Winterspaziergang. Eventuell kann Sie jemand mit dem Auto abholen oder Ihnen Besorgungen vorbeibringen? Im äußersten Fall können Sie ein Taxi rufen und so trotzdem Ihre Erledigungen machen.

 

Der Pinguin-Gang

Haben Sie schon einmal einen Pinguin auf Eis oder Schnee gehen gesehen? Pinguine wissen genau, wie man sich sicher auf dem Eis bewegt. Deswegen wird bei Glätte der sogenannte „Pinguin-Gang“ empfohlen: Verlagern Sie den Körperschwerpunkt nach vorne, setzen Sie den Fuß jeweils mit ganzer Sohle auf und drehen ihn leicht nach außen. So erhalten Sie mehr Stabilität auf dem Eis. Durch den Gang am Rollator sind Sie automatisch leicht nach vorne gebeugt.

 

Die folgenden Regeln gelten IMMER, aber bei Schnee und Glätte UMSO MEHR:

Achten Sie beim Gehen am Rollator auf eine aufrechte Haltung und halten Sie den Abstand zwischen Rollator und Ihrem Körper möglichst klein, sodass Sie sich von oben auf ihm abstützen können. Richten Sie Ihren Blick nach vorne und nicht nach unten. Wenn Sie den Rollator mit großem Abstand und weit ausgestreckten Armen vor sich her schieben, könnte er nach vorne wegrutschen, wenn Sie sich auf ihm abstützen. Wenn Sie sich aber von oben auf den Rollator stützen, so ist eine sichere Stützwirkung gegeben und auch das Profil Ihrer Reifen greift besser.

 

Überprüfen Sie auch, ob die Griffe bei Ihrem Rollator richtig eingestellt sind.

So ermitteln Sie die richtige Griffhöhe:

Stellen Sie sich aufrecht an Ihren Rollator (auf der Höhe der Hinterräder sollten sich die Fußknöchel befinden):

  1. Lassen Sie Ihre Arme locker hängen
  2. Die Griffe des Rollators sollten nun auf Höhe Ihrer Handgelenke sein
  3. Sie sollten die Griffe nun mit leicht gebeugten Armen locker umfassen können